Die aus einem testamentarischen Vermächtnis gegründete Stadtbibliothek Guarneriana, ist eine der ersten öffentlichen Bibliotheken Italiens und die erste in Friaul. Gegründet wurde sie auf Wunsch von Guarnerio D’Artegna, aus San Danieles Gemeinde, der 1466 der Kirche S. Michele 173 handschriftliche Dokumente vermachte, die er im Laufe seines Lebens in der von ihm organisierten Schreibstube (skriptorium) kopiert hatte oder kopieren und dekorieren ließ.
Mit seinem Vermächtnis hatte Guarnerio den Willen zum Ausdruck gebracht, dass all seine Bücher an einem Ort aufbewahrt wurden, in dem es möglich war zu lesen und zu lernen, ohne dass man dazu die Werke aus diesem Raum bringen musste. Mit dieser Maßnahme verhinderte man, dass sich die Sammlung, die fast unverändert über Jahrhunderte erhalten geblieben ist, zerstreute. So gründete man eine der folgerichtigsten und interessantesten Schriftstückbestände des italienischen Humanismus.
Eines der ältesten Manuskripte ist die eindruckvolle so genannte Byzantinische Bibel (Bibbia Bizantina), ein Kodex, der von einem geheimnisvollen Hauch hinsichtlich der Herkunft umgeben ist. Die darin enthaltenen Miniaturen stellen eine interessante Verbindung zwischen westlichen und östlichen Elementen dar.
Die Sammlung vergrößert sich im Jahre 1736, dank der Schenkung des Monsignore Giusto Fontanini, der auch die nötigen Hilfsmittel hinterließ, um eine hölzerne Bibliothek zu verwirklichen. Fontaninis Vermächtnis beinhaltete unter anderem auch einen Kodex mit Dantes Inferno.
Im Jahre 1749 wurde von der Gemeinde San Daniele ein Kodex vom Ende des Jahres 1400 erworben, mit dem Il Canzoniere und I Trionfi von Petrarca, hinzu kamen noch zwischen 1700 und 1800 weitere Vermächtnisse.
Im Jahre 1797, während der Zeit Napoleons, wurden einige Kodices auf Befehl des französischen Kommissars Gaspare Monge entwendet. Nur das Geschick eines angeblich vergesslichen Bibliothekars begrenzte den Schaden.
Die Guarneriana wurde von berühmten Persönlichkeiten wie Foscolo, Nievo und Carducci besucht. Außerdem sorgte die zuständige Verwaltung dafür, dass die Bibliothek die beiden Weltkriege beinahe schadlos überstand.
In ihren Räumen sind das historische Archiv der Stadtgemeinde und das antike Archiv des Krankenhauses Sant’Antonio aufbewahrt.
Informationen:
Bibliothek Guarneriana (moderne Sektion)
Via Roma Nr.4
Tel. +39 0432 954934






